Bis vor wenigen Jahren bedeutete Beleuchtung im HO-Modellbau noch, daß man mit mehr oder minder massigen, wärmeerzeugenden Glühbirnen hantieren musste, die entweder klobig oder brutal empfindlich waren. Bei den einschlägigen Elektronikverkäufern gab es winzige Birnchen, die für die Beleuchtung von Digitaluhrdisplays gedacht waren und genau 1,2 Volt aushielten. Bei 1,25 Volt brannten sie dann absolut geräuschlos und zuverlässig durch.

Heute ist alles besser (zumindest wenn es um die Beleuchtung auf Modellbahnen geht): Die LED hat Einzug gehalten. Die ersten Versuche mit LED mangels weißer Farbe waren noch eher peinlich - man erinnere sich mit Grausen an die mit knackegelben LEDs als Loklaternen ausgestatteten Peinlichkeiten der 90er Jahre. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt, es gibt LEDs in verschiedenen Weißtonabstufungen (von reinweiß bis mehr oder minder gelblich) und in winzigen Bauformen bis runter zur Quasi-Sandkorngröße.

Nachteil für mich: "Captain Kittfinger" ist völlig außerstande, diese Dinger irgendwo dranzulöten. Aber es gibt Abhilfe: Verschiedene Anbieter verkaufen die SMD-LEDs zu erschwinglichen Preisen von um die 0,50 € pro Stück mit angelöteten, haarfeinen Drähten (die immernoch unglaublich fieselig genug sind). Für ihrer Größe sind die LEDs sehr robust und lassen sich mit Hilfe von ebenfalls in SMD-Technik aufgebauten Konstantstromquellen an schwankende Spannungen anschließen. Wie klasse ist das denn? Es gibt endlich funktionierende "Glühbirnen" in beinahe maßstäblicher Größe für HO! Hinzu kommt, daß LEDs nur einen Bruchteil des Stromes benötigen, den die gute alte Glühbirne zieht. Brummten einst bei einer gut beleuchteten Anlage mehrere fette Beleuchtungstrafos irgendwo im Untergrund und wandelten das letzte bißchen Wirkungsgrad in Wärme um, genügt heute ein ebenso preiswertes wie energieeffizientes Schaltnetzteil, um ungezählte Lichter und Leuchten zu betreiben.

In Sandberg sind inzwischen die Hausbeleuchtungen auf LED umgestellt (das geht auch bei den guten alten Schraubbirnchen völlig entspannt dank LEDs mit Schraubsockel und eingebautem Spannungswandler) und die ersten LED-Lichteffekte sind in Betrieb (z.B. die Beleuchtung im Lokschuppen. Zusätzlich eröffnet auch hier der Arduino auf billigste Art (Arduino-Clones gibt es inzwischen aus dem Reich der Mitte für deutlich unter 10 Euro zu beziehen) jede Menge Möglichkeiten von der "Bewohntes-Haus-Simulation" inklusive Fernsehflackern bis zum Neonleuchten-Anspringen. Da geistert so einiges durch meine eigene wirre Birne und wenn ich etwas brauchbares entwickelt habe, wird man es hier finden.